Käufliche Liebe

Das Ende

Verfasst von freier am Mai 10, 2008

Es ist wahr, ich habe keine wirkliche Lust mehr an diesem Blog weiterzuschreiben. Es langweilt mich, weil das niemand liest und weil niemand daran teilnimmt. Darum ist das mein letztes Posting und in einiger Zeit werde ich diesen Account löschen.
Damit verabschiede ich mich also und danke allen die meinen Blog gelesen und kommentiert haben.

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Die Andere

Verfasst von freier am April 21, 2008

Jetzt blühen die Magnolien, ja jetzt verblühen sie schon beinahe wieder, aber noch habe ich Zeit einige Male unter diesem Blütentraum zu gehen, mein Lieblingsbaum. Es ist wirklich warm geworden und ich beschloss zu Fuss zu gehen. Einige verwelkte Blütenblätter lagen auf dem Trottoir - aber wie schön er sich ausbreitete, dieser Blütenbaldachin! Ich dachte, dass ich auf dem Weg dahin vielleicht noch andere Magnolien entdecke und überhaupt: Dort blüht ein Apfelbaum, hier duftet der Schneeball und zartgrünes Laub spriesst überall. Gibt es eine bessere Vorbereitung zum erotischen Genuss als ein Spaziergang durch die Frühlingslandschaft?
Ich wollte jenes sanfte, zarte und anschmiegsame Mädchen besuchen, welches mich vor rund drei Wochen so wunderbar beglückte. Sie war heute in meinem Bordell anwesend, aber nicht nur sie: Auch Anna soll gemäss der vom Bordell im Web veröffentlichten Liste dort sein. Anna ist eine wunderschöne Frau und wenn ich trotzdem L. den Vorzug gab, dann lag das eben an dieser Anschmiegsamkeit, die ich bei Anna in den vergangenen Besuchen vermisste. Trotzdem hoffte ich ihr nicht zu begegnen, so dass sie gar nicht erfahren würde, dass ich die Dienste einer anderen in Anspruch nahm.

Mein Spaziergang führte mich durch die Gewerbezone der Stadt, durch lärmige Strasse, über Bahnanlagen, am stinkenden Schlachthof vorbei und dort war das neue Stadion, wo in ein paar Wochen Spiele der Fussball-Europameisterschaft stattfinden werden. Dann, erst als ich in der Nähe des Bordells war, rief ich dort an. Das mache ich immer so, ich wollte keine Termine langfristigen Termine im Bordell. Zudem verläuft der Anruf nicht so, wie wenn ich ein Taxi rufen würde, was nicht nur daran liegt, dass eine Taxifahrt meistens billiger ist. Ich bin vor dem Anruf ziemlich aufgeregt, überlege mir zwanzigmal ob ich es wirklich tun soll, ob heute wirklich der richtige Tag ist oder ob ich nicht besser ein Spaziergang im Wald machen oder mit der Bahn auf den Uetliberg fahren soll oder so etwas. Mein Herz klopft wild, ich bin wie elektrisiert. Es ist auch schon vorgekommen, dass ich zu diesem Zeitpunkt umgekehrt bin. Ich befragte meinen Körper - willst du es wirklich - und dann sagte meine Körper ja. Ich sass auf einer Bank an der warmen Sonne und meine Gedanken schweiften ab. Ich erinnerte mich an ihre warme, weiche Haut, an die Spitze ihrer Brüste, an ihren festen, runden Po und an ihre zarte Zunge die hingebungsvoll um meinen Allerwertesten verwöhnt. Ich wählte die Nummer.

Ich hatte Glück, L war frei und einige Minuten später klingelte ich an der Tür. Sie wurde durch eine Empfangsdame geöffnet, die neu hier war. Du hast vorhin angerufen, stimmt das, fragte sie mich doch noch ehe ich antworten konnte rief eine helle, glasklare Stimme:” He, Hallo!”. Dort stand Anna, lachte und winkte mir zu. Ich grüsste sie und liess mich von der Empfangsdame in ein freies Zimmer führen. Einige Minuten später kam L. Sie brachte mir einen Plastikbecher mit Wasser, ein Tuch und bat mich um das Geld. Dann führte sie mich zur Dusche. Ich begab mich in die Duschwanne, zog den Vorhang zu, als sich plötzlich die Tür öffnete. “Sorry, ich muss nur schnell etwas holen.” Es war Annas Stimme aber noch ehe ich mich entscheiden konnte, ob ich den Vorhang öffnen soll um sie zu sehen, war sie auch schon wieder weg. Als ich mich darauf von L. in das Zimmer führen liess, begegnete ich Anna abermals im Korridor. Sie stand vor einem Schrank, bloss mit einem Slip bekleidet und ich betrachtete sie von hinten, betrachtete ihr sehr helle Haut, ihre zarten Rundungen, den zierlichen Hals und das tief schwarze, kunstvoll geflochtene Haar. Sie gefiel mir. Dann ging ich an ihr vorüber.

Die halbe Stunde die ich mit L. verbrachte war schön. Sie ist wirklich wie ein Kätzchen, sie ist weich, sanft und einfühlsam. Und als ich sie endlich nahm, presste sie ihre Scheide so zusammen, dass sich der Reiz für mich beträchtlich erhöhte, so sehr, dass ich einen Augenblick fürchtete das Kondom sei geplatzt. Das war neu, das hatte sie noch nie gemacht und es war doch durchaus nicht mein erster Besuch bei ihr. Als ob sie mich vollends davon überzeugen wollte, dass meine Entscheidung richtig war, als ob sei ahnte, das ich für Augenblicke an die Schöne dachte, die jetzt vielleicht enttäuscht oder beleidigt war.

Ich fühlte mich sehr ruhig und sehr entspannt als ich das Bordell verliess und ich wanderte gemächlich nach Hause. Und doch war da ein Stachel, der mich störte. Vielleicht ist ihr das völlig gleichgültig, aber ich dachte dennoch, dass Anna verletzt und beleidigt sei. Wie dumm von mir! Aber es war nichts zu machen. Ja, ich nahm mir vor Anna bald zu besuchen und sei es bloss um mich zu vergewissern, ob sie im beruflichen Umfeld keine Eifersucht kennt.

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Redlight

Verfasst von freier am April 18, 2008

Für einmal nur ein Bild!

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Hintergründe

Verfasst von freier am April 15, 2008

Sie sei gut zu ihr wie eine Mutter, das hatte Anna einmal über die Chefin meines Bordells gesagt. Mehr als das habe ich über diese Chefin allerdings nie erfahren. Gehört ihr der Laden oder arbeitet sie für jemanden? Wer steckt dahinter?

Ich habe mir überlegt, ob ich Anna besuchen soll, bloss um sie darüber auszufragen. Anna deshalb, weil sie Deutschschweizerin ist und deshalb keine sprachlichen Verständigungsschwierigkeiten entstünden. Aber vielleicht spielt noch ein anderer Gedanke mit. Die Vorstellung nämlich, dass Anna selber wenig zu verbergen und kaum etwas zu befürchten hat. Das ist bei den anderen nicht so sicher. Insgesamt arbeiten im Augenblick fünfzehn Frauen in diesem Bordell, die meisten davon zwei bis drei Mal pro Woche und bei sechs von ihnen war ich schon einmal zu Gast. Anna ist die einzige Schweizerin, die meisten Frauen stammen aus Lateinamerika. Und nur über sie und über L. weiss ich mehr als ihren Namen.

Oder soll ich die Chefin gleich selber fragen? Was steckt dahinter, das macht mich neugierig. Woher kommen die Mädchen, wohin gehen sie?

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Frühlingsgedanken

Verfasst von freier am April 13, 2008

Es ist wärmer geworden. Fast schlagartig habe sich die geschlossenen, kegelförmigen Blüten der Magnolie entfaltet, während die Blütenblätter der Kirsche bereits den grauen Asphalt zieren. Was ist es, was hier so duftet? Der Frühling ist endlich angekommen, aber mir geht es so, als ob ich im Frühling angekommen wäre. Mit diesem Gefühl bin ich heute aus dem Haus gegangen, der Allee entlang, am Park vorbei und schliesslich bis zum See, zu einer Stelle, welche ich an warmen Tagen manchmal aufsuche, einen geschützten Platz am Wasser.

Ob an Tagen wie diesen die Bordelle besser besucht werden, als an grauen, kalten Wintertagen? In der Langstrasse jedenfalls, das hatte ich in anderen Jahren schon beobachtet, herrscht nach solchen Frühlingstagen ein aufgeregtes Treiben. Plötzlich sind sie alle auf der Strasse, die Huren,die Freier und der tiefergelegte Fiat Punto mit getönten Heckscheiben, dessen Motor in einem tiefen Bass brummt, ehe er dann aufheult, die Reifen quitschen, der Wagen schiesst weg und stoppt nach einigen Metern abrupt vor einer Ampel.

Rot, ich schaue mit geschlossenen Augen in die Sonne. Mein ganzes Gesicht ist in grelles oranges Licht getaucht, ein Geflecht hellgelber Adern durchzieht eine pulsierende Oberfläche, als ob ich der Sonne ganz nahe wäre. Oder ist es im innersten Kern der Erde vielleicht hell?

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Horizontales Gewerbe

Verfasst von freier am April 12, 2008

Freud hätte seine Freude, schreibt Klaus Jarchow in medienlese.com und meint damit diesen Blog. Freud ist zwar schon lange tot, aber die Psychoanalyse lebt und erfreut sich nicht zuletzt in Zürich grosser Beliebtheit. Und das gilt ja auch für die Prostitution. Gewiss gilt das auch für italienische Restaurants, aber zwischen der Psychoanalyse und Prostitution gibt es vielleicht mehr Gemeinsamkeiten als nur ihre hohe Verbreitung in dieser Stadt.

Beiden ist gemeinsam, dass man für eine festgelegte Zeitdauer zu einem bestimmten Preis eine Dienstleistung in Anspruch nimmt, in der Regel aufgrund eines Mangels oder einer Not. Bei dem was sich dort abspielt, steht der Körper und die Sexualität im Zentrum und dort wo sich das abspielt steht ein Liegemöbel. Dort wo sich das abspielt ist ein geschlossener Raum, wo andere Regeln gelten als in der Öffentlichkeit. Der Klient findet etwas vor, was ihm in seinem Leben sonst verwehrt bleibt. Als Gegenleistung erwartet die Prostituierte nichts anderes als Geld. Ihr eigenes Leben spielt keine Rolle, sie ist Spiegel und Projektionsfläche, nicht weniger wie der Analytiker. Nur steht der Analytiker, anders als die Hure, nicht am Rande der Gesellschaft, darin unterscheiden sie sich allerdings sehr.

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Wiedersehen …

Verfasst von freier am April 10, 2008

Drei Mal besuchte ich das Bordell in einem Zürcher Industriequartier in den vergangenen Wochen, dass letzte Mal vor einer Woche, an einem eiskalten Frühlingstag. Dieser eisige Frühling hat immerhin den Vorteil, dass die Bäume seit Tagen blühen, die Kirschen, die herrlichen Magnolien, als ob der Lauf der Jahreszeiten angehalten worden wäre. Ich hatte mich bei jenen drei Besuchen mit je einem anderen Mädchen vergnügt. Das erste Mal mit einer Deutschen, die ich noch nie hier gesehen hatte und die ziemlich viel sprach, obwohl ich eigentlich nicht zum sprechen hergekommen war. Das war vor einigen Wochen und ich erinnere mich, dass ich das Bordell ziemlich enttäuscht verliess.

Aber nur einige Tage später war ich wieder dort. Ich besuchte eine Kolumbianerin, die mir empfohlen worden, eine Frau mit einem sehr üppigen Körperbau, mit grossen, weichen Brüsten und einem riesigen Hintern. Sie war zärtlich, anschmiegsam und liebenswert und als ich dann das Bordell verliess fühlte ich mich für meinen vorherigen Besuch durchaus entschädigt.

Der dritte und letzte Besuch liegt rund zehn Tage zurück. Vielleicht war dies die schönste halbe Stunde, die ich je mit einer Hure verbracht habe. Es sind Monate her, seit ich zum letzten Mal diesen weichen anschmiegsamen Körper berührt hatte, L. die süsse Brasilianerin, die ich vor einem Jahr einige Male besucht hatte und die so einfühlsam und hingebungsvoll war, so dass ich es gar nicht richtig fassen konnte. Wie war es bloss möglich, dass sie, die sich hier doch bloss verkaufte und täglich ein halbes Dutzend Männer befriedigte, so offen und spontan bleiben konnte? Ich werde sie wieder besuchen, in ein paar Tagen vielleicht, wenn es endlich wärmer wird, ich werde wieder hingehen.

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Ihr Hündchen

Verfasst von freier am März 10, 2008

Sie hatte mir etwas erzählt. Sie habe ein Hündchen, und dieses Hündchen sei, betrachte man es von der einen Seite, sehr niedlich und süss, aber von der anderen Seite sähe es aus wie ein kleines Monster. Es sei gequält worden, der frühere Besitzer habe das Tier mit Fusstritten traktiert, der Kiefer sei gebrochen und es sähe schrecklich aus, von der einen Seite. Von der anderen Seite aber sei es das süsseste Tier. Während sie sprach, spielte sie unablässig mit ihren Brustwarzen, zupfte und drückte sie, als wolle sie versuchen sie in eine bestimmte Form zu bringen. Und ich dachte, das was sie über ihren Hund erzählte, könnte vielleicht auch auf sie selber zutreffen, dass sie, wie ihr Hund zwei Gesichter hat und das eines davon ein schrecklich gequältes ist.

Was sie mir erzählte berührte mich schmerzhaft, wann immer ich mich daran erinnerte. Mir fiel ihr kleines Hündchen ein, wie es schutzlos den Tritten eines hasserfüllten Menschen ausgesetzt war. Woher kam sie, wer war sie, welchen Qualen mochte sie schutzlos ausgeliefert gewesen sein? Das geht mir immer wieder durch den Kopf.

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Fortschritt

Verfasst von freier am März 2, 2008

In den vergangenen Wochen, genauer seit dem zehnten Februar, habe ich Anna noch einmal besucht. Ansonsten bin ich in sexueller Hinsicht passiv geblieben und fragte mich manchmal, wie das jetzt alles weitergehen soll mit mir und den Huren. Das Wetter lockte mich nach draussen, zu meinem Sonnenplatz am See. Was für eine herrliche Sicht auf die Alpen! Ich dachte an Anna, Kristiane, Beatrice und all die anderen. Ursprünglich war das ein Ausbruch aus einem Gefängnis in das ich eingelocht war - seit wann? Das ist vielleicht eine Art Zölibat, von innen. Und dann habe ich diesen Mächten ein Schnippchen geschlagen!

Ich gehöre ja auch zur Kuschelsexfraktion. Das liegt daran, dass ich eingelocht war. Die Bordelle sind bloss Schlupflöcher meiner Impotenz, die ja gewissermassen besteht, nicht in körperlicher Hinsicht, sondern in Hinsicht meiner Handlungsfähigkeit, der Fähigkeit dorthin zu gelangen wo ich hin will. Die Frauen mögen mich. Das liegt sicher auch daran, dass ich mich bemühe ihnen zu gefallen. Ich tue es, weil ich die Frauen mag. Aber die Frauen mögen mich vielleicht gar nicht deswegen, sondern weil sie spüren, dass sie vor mir sicher sind. So findet bei mir im Puff bloss eine Verschiebung statt. Wenn ich meine sexuelle Biografie betrachte, so sind meine Bordellbesuche gewiss ein Fortschritt, ein Schritt zur Besserung und Gesundung. Oder ist es doch bloss eine neue Sackgasse?

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Vielleicht müssen Dämme nicht brechen

Verfasst von freier am Februar 10, 2008

Vielleicht müssen Dämme nicht brechen, um sich klar darüber zu werden worum es eigentlich geht. Ob Liebe und Sexualität letztlich nicht doch ein Ganzes sind, ein und alles? So ist das allerhöchstens ein Fragment, ein Fetzen, ganz kleine, kurze Fluchten. Ausbrüche aus einer Ordnung, die letztlich meine Eigene ist, in mir selber erzeugt, starr wie ein Kristall, erstarrte Träume. Da bin ich und betätige die Klingel, Anna öffnet die Tür und lacht. Das Objekt meiner Begierde. Das fehlende Objekt in dieser Liebesgeschichte, eigentlich habe ich nur sie gesucht, könnte ich jetzt dich denken, allein sie. Erst ist jetzt würde es vielleicht peinlich, wenn ich jetzt, ein starrer, wirrer Kristall, wie eine Schneeflocke in die Nähe dieser Flamme gerate und schmelze.  Es gibt keinen Weg zurück, Schnee fällt, deckt zu und schmilzt vielleicht. Wenn er bloss wirklich endlich schmelzen würde!

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